{"id":174,"date":"2013-07-29T09:41:46","date_gmt":"2013-07-29T07:41:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.test.jmj-online.de\/?page_id=174"},"modified":"2024-05-24T11:47:14","modified_gmt":"2024-05-24T10:47:14","slug":"kapitel-3-die-erste-erneuerung-der-bruderschaft","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.jmj-online.de\/?page_id=174","title":{"rendered":"Kapitel 3: Die erste Erneuerung der Bruderschaft"},"content":{"rendered":"<p>1857 &#8211; 1883<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.test.jmj-online.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Seite-19_regeln.jpg\" data-rel=\"lightbox-gallery-ZOncyTkN\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-175 aligncenter\" alt=\"Seite-19_regeln\" src=\"http:\/\/www.test.jmj-online.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Seite-19_regeln-202x300.jpg\" width=\"335\" height=\"499\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>Die Regeln, die von Pfarrer Reuff 1857<\/em><\/strong><br \/>\n<strong><em>neu aufgestellt wurden<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die katholische Pfarre St. C\u00e4cilia erhielt im Jahre 1856 einen neuen Pfarrer. Er hie\u00df Wilhelm Reuff und wurde am 1.5.1819 in Aachen geboren. Zun\u00e4chst war er als Vikar in Hemmersbach t\u00e4tig gewesen und wurde am 16.9.1856 als Pfarrer in Oberkassel eingef\u00fchrt. Er verstarb am 24.2.1871 als Pfarrer von Oberkassel. Kurz nach seiner Einf\u00fchrung erhielt er vom erzbischh\u00f6flichen Generalvikariat in K\u00f6ln die Anweisung, sein Hauptaugenmerk auf den Neubau der Kirche in Oberkassel zu richten. Es gelang ihm dann auch, nach \u00dcberwindung vieler Hindernisse , die Bauangelegenheit so weit voranzutreiben, dass der Grundstein f\u00fcr die neue Kirche am 25.10.1863 gelegt werden konnte. Wilhelm Reuff wird von Friedrich Kniel, dem sp\u00e4teren Kirchenvorstandsvorsitzenden, als r\u00fcstiger und tatkr\u00e4ftiger Pfarrer geschildert, der sich Verdienste um die Kirchengemeinde erworben hat.21<\/p>\n<p>Es ist verst\u00e4ndlich, dass sich der neue Pfarrer auch der in der Gemeinde vorhandenen Bruderschaften annahm. Bereits ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt hat Pfarrer Reuff die Statuten der Bruderschaft neu gefasst. Sie wurden von ihm eigenh\u00e4ndig in das Bruderschaftsbuch eingetragen und weisen in der Einleitung nochmals auf das Jahr 1794 hin.<\/p>\n<p>Diese neu gefassten Regeln umfassen wiederum 14 Paragraphen, wie in der urspr\u00fcnglichen Fassung von 1794. Bei einem Vergleich mit den alten Regeln f\u00e4llt auf, dass etliche Bestimmungen erweitert und auch an die inzwischen eingetretenen \u00c4nderungen angepasst wurden. Dies war wohl nach 63j\u00e4hrigem Bestehen der Bruderschaft notwendig. Um einige Beispiele zu nennen sei erw\u00e4hnt, dass keine Strafen mehr angedroht wurden, die fr\u00fcher in Form von Kerzenwachs zu zahlen waren. Die sozialen Hilfen wurden weiterhin aufgef\u00fchrt und teilweise noch erweitert. So hie\u00df es jetzt beim Tod eines Mitgliedes: &#8222;Ist der Verstorbene arm und bed\u00fcrftig, so werden die Beerdigungskosten aus der Bruderschaftskasse durch den Brudermeister bestritten.&#8220; Das religi\u00f6se Leben wurde intensiviert, denn nunmehr wurden die Mitglieder der Bruderschaft verpflichtet, der monatlichen Andacht beizuwohnen und die hl. Sakramente zu empfangen.<\/p>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, wurde 1819 ein Sch\u00fctzenk\u00f6nig ermittelt. Daher sind die Bestimmungen \u00fcber das K\u00f6nigsvogelschie\u00dfen, die Aufbewahrung des Schilderkranzes und der Vereinsfahne jetzt ausf\u00fchrlich in den Statuten von 1857 aufgenommen worden. Sie werden hier im Wortlaut wiedergegeben:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00a7 10 Bei dem sogenannten Vogelschuss, der j\u00e4hrlich nach vorheriger Bekanntmachung stattfindet, haben die Brudermeister, um allen Unordnungen u. Einwendungen vorzubeugen, mit strenge darauf zu sehen, dass keiner zugelassen wird, der nicht der Bruderschaft selbst einverleibt ist.<\/li>\n<li>\u00a7 11 Der silberne Schilderkranz, der bei dem Vogelschusse zur Zierde des K\u00f6nigs dient, und j\u00e4hrlich durch ein silbernes Schild von seiten des neuen K\u00f6nigs vermehrt wird, ist und bleibt ein unver\u00e4u\u00dferliches Eigentum der gesammten Bruderschaft und soll der allgemeinen Sicherheit wegen das Jahr hindurch bei dem zeitigen Kirchenrendanten aufbewahrt werden. Die Anzahl der Schilder und Beschaffenheit derselben gibt das Inventarium der Bruderschaft an, das sich in diesem Buche auf Seite 145 befindet.<\/li>\n<li>\u00a7 12 Die Fahne, die aus freiwilligen Beitr\u00e4gen auf Kosten der Bruderschaft angeschafft worden ist, ist und bleibt ebenfalls Eigentum der Bruderschaft. Sie hat aber eine kirchliche Weihe erhalten und soll deshalb nur gebraucht werden bei dem sogenannten K\u00f6nigszuge und au\u00dferdem nur bei kirchlichen Feierlichkeiten und \u00f6ffentlichen Prozessionen, wie sie in \u00a7 6 angegeben sind, wobei sie zur Zierde und Verherrlichung dient; und soll deshalb das Jahr hindurch in der Wohnung des Pfarrers in Verwahr genommen werden, wo sie am besten untergebracht werden kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: left;\">Aus der Fassung der revidierten Regeln von 1857 geht eine Neuerung hervor, von der bisher noch nicht die Rede war. Es hei\u00dft im Vorwort zu den Regeln, dass die Bruderschaft zu dem genannten Zwecke unter den Jungfrauen und Junggesellen der Pfarrgemeinde Oberkassel eingef\u00fchrt worden ist. \u00dcber die Gr\u00fcnde der Einf\u00fchrung der Jungfrauen in die Bruderschaft ist ebenso wenig bekannt, wie f\u00fcr ihr Ausscheiden Anfang dieses Jahrhunderts.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.test.jmj-online.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Seite-20_anzeige.jpg\" data-rel=\"lightbox-gallery-ZOncyTkN\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-176\" alt=\"Seite-20_anzeige\" src=\"http:\/\/www.test.jmj-online.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Seite-20_anzeige-193x300.jpg\" width=\"317\" height=\"493\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em><strong>Totenzettel eines verstorbenen weiblichen Mitgliedes der Bruderschaft<\/strong><\/em><br \/>\n<em><strong>aus dem Jahr 1886<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Einf\u00fchrung der Mitgliedschaft der Jungfrauen im Jahr 1846 f\u00e4llt in die Amtszeit des Pfarrers Kronenberg (1845 &#8211; 1856). Ob dieser Pr\u00e4ses damit seelsorgerische Aspekte verfolgte, oder ob andere Ursachen vorlagen, ist unbekannt. Nicht zu \u00fcbersehen ist, dass offensichtlich auch ein Nachlassen im Vereinsleben der Bruderschaft eingetreten war, denn in den Jahren 1844 und 1845 wurde kein Sch\u00fctzenk\u00f6nig ermittelt. Jedenfalls beginnt mit dem 25.3.1846 das Namensverzeichnis der eingeschriebenen Jungfrauen mit Marie Theresia Rhein. In diesem Jahr haben sich als erste insgesamt 34 Jungfrauen einschreiben lassen. Das Namensverzeichnis ist mit &#8222;Namen der Schwestern&#8220; \u00fcberschrieben. Das Verzeichnis wurde l\u00fcckenlos weitergef\u00fchrt bis Nr. 304, Agnes Troisdorf, eingeschrieben im Jahr 1901. Die Jungfrauen \u00fcbernahmen auch Aufgaben als Vorsteherinnen und Kerzenboten.<\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung der Jungfrauen in die Bruderschaft wird nur den kirchlichen Teil betroffen haben und nicht die Sch\u00fctzentradition. \u00dcber die insgesamt 55 Jahre bestehende Einrichtung, in der Jungfrauen aktiv in der Bruderschaft t\u00e4tig waren, ist leider nichts \u00fcberliefert, sieht man einmal von dem Namensregister ab. Und trotzdem wirkte sich die Aufnahme auch au\u00dfen hin aus. Auf den Schildern der Sch\u00fctzenk\u00f6nige der Jahre 1848 bis 1856 hie\u00df es nicht mehr &#8222;Jesus-Maria-Josef Junggesellen-Bruderschaft&#8220; sondern &#8222;Bruderschaft Jesus-Maria-Josef&#8220;. Erst nach Verabschiedung der neuen Regeln durch Pfarrer Reuff hei\u00dft es beim 26. K\u00f6nig Franz Rhein im Jahre 1857 wieder &#8222;Junggesellen-Bruderschaft&#8220;. Danach ist die Bezeichnung auf den K\u00f6nigsschildern bis zum 1. Weltkrieg nicht einheitlich. Die noch vorhandene Schwenkfahne von 1884, die Kirchenfahnen von 1895 und 1905 enthalten das Wort Junggesellen nicht mehr, was sicherlich mit der Mitgliedschaft der Jungfrauen zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Zu den reformierten Statuten wurde 1857 ein Inventarverzeichnis aufgestellt, in dem erstmals die Gegenst\u00e4nde aufgez\u00e4hlt wurden, die der Bruderschaft geh\u00f6rten. Es hei\u00dft dort:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Inventarium<br \/>\nder wohll\u00f6blichen Bruderschaft<br \/>\nvon Jesus, Maria u. Josef zu Oberkassel<\/p>\n<p>Die Bruderschaft besitzt:<\/p>\n<ol>\n<li>\u00a0ein wei\u00df seidene Schwengfahne, die im Jahre 1857 auf Kosten der Bruderschaft von den Beitr\u00e4gen der einzelnen Mitglieder angeschafft wurde. Sie ist verziert mit den gemalten Bildern von Jesus, Maria und Josef, der hl. Patronin C\u00e4cilia und des hl. Sebastianus. Nach \u00a7 12 der Statuten ist sie Eigentum der Bruderschaft, und soll das Jahr hindurch, wo sie nicht gebraucht wird in der Wohnung des jedesmaligen Pfarrers aufbewahrt werden.<\/li>\n<li>einen silbernen Schilderkranz, welcher nach \u00a7 11 der Statuten Eigentum der Bruderschaft ist und zur gr\u00f6\u00dferen Sicherheit das Jahr hindurch bei dem zeitigen Kirchenrendanten aufbewahrt werden soll. Er besteht aus einem schweren silbernen Vogel der an einer langen silbernen Kette befestigt ist, woran folgende Schilder sich befinden:<br \/>\nNo. 1 ein Schild in Form eines Landwehrkreuzes<br \/>\ngeschenkt von Christian Pfeiffer, I. K\u00f6nig und<br \/>\nMarg. Hombitzer, K\u00f6nigin, 1819.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Verzeichnis der K\u00f6nigsschilder wird fortgef\u00fchrt bis Nr. 26 , das Schild des Sch\u00fctzenk\u00f6nigs Franz Rhein und der K\u00f6nigin Mathilde Werner aus dem Jahr 1858. Danach sind die K\u00f6nigsschilder fortlaufend nachgetragen bis Nr. 48 aus dem Jahr 1884, in dem Wilhelm Henscheid Sch\u00fctzenk\u00f6nig und Susanne Thomas K\u00f6nigin waren. Ein Protokoll \u00fcber die Schilderrevision vom 20.6.1884 erg\u00e4nzt dieses Aufstellung.<\/p>\n<p>Nach der Aufz\u00e4hlung der K\u00f6nigsschilder ist noch eine interessante Aufstellung \u00fcber das sonstige Inventar der Bruderschaft gemacht worden. Leider ist kein Datum der Eintragung vorhanden, aber sie tr\u00e4gt die Unterschrift des A. Mittler, der 1886 Brudermeister war. Somit kann man annehmen, dass der Bruderschaft in diesem Jahr folgende Gegenst\u00e4nde Geh\u00f6rten:<\/p>\n\n<table id=\"tablepress-1\" class=\"tablepress tablepress-id-1\">\n<tbody>\n<tr class=\"row-1\">\n\t<td class=\"column-1\">2<\/td><td class=\"column-2\">Kirchenfahnen nebst Stangen und Quasten<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-2\">\n\t<td class=\"column-1\">1<\/td><td class=\"column-2\">Kreuzfahne nebst Kreuz und Quasten<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-3\">\n\t<td class=\"column-1\">3<\/td><td class=\"column-2\">Kerzenst\u00e4nder nebst Kerze<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-4\">\n\t<td class=\"column-1\">1<\/td><td class=\"column-2\">Bruderstab<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-5\">\n\t<td class=\"column-1\">4<\/td><td class=\"column-2\">Degen<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-6\">\n\t<td class=\"column-1\">10<\/td><td class=\"column-2\">Hirschf\u00e4nger<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-7\">\n\t<td class=\"column-1\">5<\/td><td class=\"column-2\">silberne Sch\u00e4rpen<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-8\">\n\t<td class=\"column-1\">12<\/td><td class=\"column-2\">Epauletts<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-9\">\n\t<td class=\"column-1\">2<\/td><td class=\"column-2\">Kisten zum Aufbewahren der Sachen<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-10\">\n\t<td class=\"column-1\">1<\/td><td class=\"column-2\">Hauptbuch<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-11\">\n\t<td class=\"column-1\">4<\/td><td class=\"column-2\">Contob\u00fcchlein<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-12\">\n\t<td class=\"column-1\">1<\/td><td class=\"column-2\">kleines Cassabuch<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-13\">\n\t<td class=\"column-1\">1<\/td><td class=\"column-2\">Vogelstange<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-14\">\n\t<td class=\"column-1\">1<\/td><td class=\"column-2\">kleiner Kasten zum Aufbewahren des Schilderkranzes<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-15\">\n\t<td class=\"column-1\">1<\/td><td class=\"column-2\">Opferkasten an dem Muttergottesaltar<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-16\">\n\t<td class=\"column-1\">1<\/td><td class=\"column-2\">Klingelbeutel<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-17\">\n\t<td class=\"column-1\">1<\/td><td class=\"column-2\">neue Sch\u00fctzenfahne resp. Schwenkfahne<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"row-18\">\n\t<td class=\"column-1\">1<\/td><td class=\"column-2\">gro\u00dfer Schrank zum Aufbewahren der Sachen<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<!-- #tablepress-1 from cache -->\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.test.jmj-online.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Seite-23_-jubilarschild.jpg\" data-rel=\"lightbox-gallery-ZOncyTkN\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-177\" alt=\"Seite-23_-jubilarschild\" src=\"http:\/\/www.test.jmj-online.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Seite-23_-jubilarschild-198x300.jpg\" width=\"308\" height=\"466\" srcset=\"http:\/\/www.jmj-online.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Seite-23_-jubilarschild-198x300.jpg 198w, http:\/\/www.jmj-online.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Seite-23_-jubilarschild.jpg 617w\" sizes=\"(max-width: 308px) 100vw, 308px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Schild des 1. Jubilark\u00f6nigs Johann M\u00fcller, 1869<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Diese Aufstellung erlaubt einen ungef\u00e4hren \u00dcberblick, wie gro\u00df der damalige Sch\u00fctzenzug war. Die vier Degen waren f\u00fcr die Offiziere, die 10 Hirschf\u00e4nger f\u00fcr die Begleiterpaare bestimmt. Die hier erw\u00e4hnte neue Schwenkfahne ist diejenige, die im n\u00e4chsten Abschnitt dieser Chronik abgebildet ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Im Jahre 1869 konnte die Bruderschaft das 75j\u00e4hrige Bestehen feiern. Es ist uns nicht \u00fcberliefert, ob und wie das Ereignis gefeiert wurde. Gleichzeitig bestanden aber auch die Sch\u00fctzen schon 50 Jahre in der Bruderschaft. Die 1819 eingef\u00fchrte Einrichtung eines Sch\u00fctzenk\u00f6nigs, der den h\u00f6lzernen Vogel von der Stange schie\u00dfen musste, hatte sich erhalten, und insgesamt waren seither 34 K\u00f6nige ermittelt worden. Der Schilderkranz wuchs also best\u00e4ndig an. Obwohl die Statuten keine Bestimmungen dar\u00fcber enthalten, wann ein Jubil\u00e4um zu feiern ist, war das vorerw\u00e4hnte Ereignis Anlass , den ersten Jubilark\u00f6nig der Bruderschaft zu ermitteln. Er hie\u00df Johann M\u00fcller und stiftete zu diesem Anlass ein Schild, das folgende Inschrift trug:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Zum Andenken des feierlichen 50j\u00e4hrigen<\/strong><br \/>\n<strong> Jubilarsch\u00fctzenfestes der Bruderschaft<\/strong><br \/>\n<strong> Jesus Maria Josef 1869<\/strong><br \/>\n<strong> Johann M\u00fcller K\u00f6nig,<\/strong><br \/>\n<strong> Catharina M\u00fcller K\u00f6nigin.<\/strong><\/p>\n<p>Als der Nachfolger von Pfarrer Reuff, Pfarrer Wilhelm Breuer, im M\u00e4rz 1874 verstarb, trat ein f\u00fcr die katholische Pfarrgemeinde Oberkassel und auch f\u00fcr die Bruderschaft bis dahin ungewohnter Zustand ein. Die Pfarrstelle wurde aufgrund der bestehenden Kulturkampfgesetze nicht wieder besetzt.<\/p>\n<p>Bei dem als Kulturkampf bezeichneten Vorgang handelte es sich um eine Auseinandersetzung zwischen dem preu\u00dfischen Staat und der katholischen Kirche, die so weit f\u00fchrte, dass freiwerdende Pfarrstellen nur mit Genehmigung der weltlichen Beh\u00f6rde neu besetzt werden konnten. Dem wiedersetzten sich die kirchlichen Stellen, so dass manche Planstelle jahrelang vakant blieb. Dieser Zustand dauerte in Oberkassel immerhin von 1874 bis 1885, also 11 Jahre. Der Dechant Samans aus K\u00fcdinghoven und Vikar Schr\u00f6der aus Ramersdorf versahen aushilfsweise die Pfarrstelle. Friedrich Kniel war in dieser Zeit Kirchenvorstandsvorsitzender, der die Kirchengemeinde zusammen-hielt.22 Erst 1885 konnte Pfarrer Johann Joseph R\u00fcssel dann seinen Dienst antreten.<\/p>\n<p>Es blieb daher nicht aus, dass die Brudermeister und K\u00f6nige, aber auch die \u00e4ltesten Br\u00fcder, w\u00e4hrend des Kulturkampfes ungewohnte Verantwortung \u00fcbernehmen mussten. Nach den ersten beiden schwierigen Jahren 1875 und 1876 ohne Pfarrer wurde aber wieder j\u00e4hrlich ein Sch\u00fctzenk\u00f6nig ermittelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1857 &#8211; 1883 Die Regeln, die von Pfarrer Reuff 1857 neu aufgestellt wurden Die katholische Pfarre St. C\u00e4cilia erhielt im Jahre 1856 einen neuen Pfarrer. Er hie\u00df Wilhelm Reuff und wurde am 1.5.1819 in Aachen geboren. 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